


Wie können wir dem Klimawandel begegnen? Welche Ansätze gibt es, um für unsere wachsende und alternde Bevölkerung eine erschwingliche Gesundheitsversorgung zu gewährleisten? Und wie sieht die Stadt der Zukunft aus?
Zweiundzwanzig internationale Top-Referenten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutierten am 26. Oktober 2009 auf dem Future Dialogue in Berlin die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und mögliche Lösungsansätze. Dank unterschiedlicher Hintergründen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, brachten die Referenten vielfältige Perspektiven und Fachkenntnisse in die Debatte ein und sorgten so für anregende Gespräche. Die Diskussionsforen wurden von Moderatoren des Economist geleitet.
Khaled Awad leitet als Direktor die Grundstückserschließung der Masdar Initiative. Masdar ist eine sehr umfangreiche Initiative des Emirats Abu Dhabi, welches die Entwicklung, Kommerzialisierung und Anwendung erneuerbarer Energien sowie alternativer Energielösungen und Technologien vorantreiben soll. Awad überwacht die Entwicklung der weltweit ersten CO2-freien Stadt Masdar City. Die Stadt soll in näherer Zukunft Heimat für 40.000 Einwohner und Arbeitsstätte für 50.000 Pendler täglich werden.
Zuvor war Awad für mehr als 24 Jahre im Baugewerbe in der Golfregion tätig. Er gründete und leitete verschiedene Bau- und Immobilienfirmen, die auf die Themen Beschaffung und IT im Industriebereich sowie auf die Entwicklung von Großprojekten spezialisiert waren.
Awad ist Mitglied der American Society of Civil Engineers (ASCE) und der American Society for Testing and Materials (ASTM), ebenso des American Concrete Institute (ACI) und des Institute of Concrete Technology (ICT). Im ACI ist er in verschiedenen Gremien aktiv, u.a. im Beirat zum Thema Nachhaltigkeit. Für sein Engagement an der ACI erhielt Awad im April 2007 den Henry Kennedy Award.
Vishal Bali ist Vorstandsvorsitzender der Wockhardt Hospital Group in Indien. Mit 17 Spezial-Krankenhäusern ist Wockhardt Hospitals einer der größten Gesundheitsversorger in Indien und international weiter auf Wachstumskurs. Seit mehr als 15 Jahren ist Bali im Gesundheitssektor tätig und gilt hier speziell für Change Management-Prozesse als führend. Für Management-Analysen sowie bei der erfolgreichen Zusammenführung von Strategie, Arbeitsabläufen und Management durch Informationstechnologie hat er in seiner Branche Standards gesetzt.
Vishal Bali gestaltet aktiv den indischen Gesundheitssektor mit. Kürzlich wurde er von Express Healthcare zum Indian Healthcare Leader of the Year gekürt. Er ist Mitglied der Indian Healthcare Federation sowie der Confederation of Indian Industry. Neben seiner Tätigkeit im Vorstand der Wockhardt Hospitals ist er Aufsichtsratmitglied mehrerer großer Gesundheitsorganisationen. Zudem wurde er als Mitglied in die amerikanische Strategic Initiatives Group der Joint Commission International eingeladen sowie in den Healthcare Council des World Economic Forum.
An der Bombay University hat Bali einen Bachelor of Sciene und einen MBA erhalten, bevor er eine Zusatzqualifikation für Krankenhaus-Management in Boston absolvierte.
John Beard leitet seit Januar 2009 das Institut für Alterung und Lebensplanung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Seine Aufgabe ist es, die Bedeutung des Themas Alter und dessen Einfluss auf die Gesundheitspolitik bewusst zu machen. Damit möchte die WHO die internationale Gemeinschaft bei der Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen unterstützen und Chancen aufzeigen.
Seit 1991 hatte Dr. Beard verschiedene leitende Positionen im öffentlichen Gesundheitssektor sowie im akademischen Bereich in Australien und den USA inne. Drei Jahre war er als leitender Epidemiologe an der New York Academy of Medicine tätig. Zuvor arbeitete Beard als Hausarzt in Australien, wobei er mehrere Jahre als Amtsarzt für Aborigines verbrachte. Beard hat eine Reihe von Publikationen zu medizinischen und demographischen Fragen veröffentlicht. Ein Großteil seiner Arbeiten beschäftigt sich mit sozialen Einflüssen auf die Gesundheit älterer Menschen. Depressionen, Behinderungen oder Fettleibigkeit stehen dabei ebenso im Fokus wie der Einfluss der physischen und sozialen Umgebung auf die Gesundheit des Menschen in allen Lebensphasen.
Andreas Busch ist Leiter des Bereichs Global Drug Discovery der Bayer Schering Pharma AG und seit Februar 2007 Mitglied des Vorstands. Zuvor war er in der gleichen Position für Bayer Healthcare tätig, wohin er 2005 als Leiter der Pharmaforschung Europa gewechselt hatte. Er ist außerdem Vorsitzender des Aufsichtsrats des biopharmazeutischen Unternehmens Icon Genetics, einer Tochtergesellschaft von Bayer.
Vor seiner Tätigkeit bei Bayer war Professor Busch von 1997 bis 1999 Leiter der Herz-Kreislauf-Forschung bei Hoechst Marion Roussel. Nach Hoechsts Fusion mit Rhône-Poulenc übernahm er die gleiche Funktion bei Aventis (später Sanofi -Aventis). Zu Beginn seiner Karriere arbeitete er an Forschungsinstituten in Deutschland und den USA; außerdem war er Helmholtz- und Heisenberg-Fellow an der Universität Tübingen und am Max-Planck-Institut in Göttingen. Nach seinem Pharmaziestudium promovierte er in Pharmakologie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er ist außerordentlicher Professor am Pharmakologischen Institut der Universität.
Geoffrey Carr arbeitet als Wissenschaftsredakteur für The Economist und berichtet für den Wissenschafts- und Technologieteil des Magazins. 1991 begann er als Wissenschaftskorrespondent des Economist, bevor er 1995 Wissenschaftsredakteur wurde. Carr schreibt insbesondere über neue Energietechnologien, Biotechnologie, Evolution, Genetik und Hirnforschung. Zudem deckt er Themen wie AIDS, Malaria und Tuberkulose ab.
Alice Dautry ist Professorin sowie Präsidentin des Institut Pasteur. Die gemeinnützige französische Privatstiftung widmet sich der biomedizinischen Forschung, Lehre, Ausbildung und öffentlichen Gesundheitsvorsorge.
Nach ihrem Physikstudium an der Universität Paris und einem Studium der Molekularbiologie an der New York University widmete sich Dautry ganz der Wissenschaft. In Frankreich und während ihrer Aufenthalte an den National Institutes of Health (NIH) sowie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA war sie in den Bereichen Forschung, Lehre, Ausbildung, Evaluation und Forschungsmanagement tätig. Mehr als 130 Beiträge Dautrys wurden bislang in internationalen Wissenschaftsmagazinen zu ihren Studien auf den Gebieten Zellbiologie, Rezeptoren und Infektionserreger veröffentlicht.
Alice Dautry ist Kuratoriumsmitglied mehrerer Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen, wie der Ecole Polytechnique, des ISTA (Österreich) oder der DNDi (Schweiz). Darüber hinaus ist sie Mitglied der External Reference Group for Health Research Strategy der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Gordon Feller ist Vorstandsvorsitzender des Urban Age Institute, eines der führenden Institute für nachhaltige Stadtplanung. Er ist ebenfalls Herausgeber des Urban Age Magazine. In seiner 25-jährigen Karriere hat Feller sich vornehmlich mit der Weiterentwicklung von Städten beschäftigt. Dazu untersuchte er, wie Städte sich selbst verwalten, wie sie mit der Wirtschaft, mit NGOs und internationalen Organisationen zusammenarbeiten und wie sie ihre Nachhaltigkeit verbessern.
Feller war bereits als Berater für verschiedene angesehene Organisationen tätig, wie beispielsweise für die Weltbank, Reuters, Bechtel, BP, Phelps Dodge, IBM, Apple Computer, AT&T, McGraw-Hill, Lockheed und die UNESCO. Er gründete und/oder leitete zahlreiche gemeinnützige Projekte. Viele davon erhielten umfangreiche finanzielle Unterstützung von Unternehmen als auch von wohltätigen Organisationen. Mehr als 400 Aufsätze hat Feller in führenden internationalen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. Er hielt Vorträge u.a. bei den Vereinten Nationen, an der World Business Academy, der Electronic Industries Association, an der Columbia University und an der Wharton School of the University of Pennsylvania. Sein Politikwissenschaftsstudium absolvierte er an der Columbia Universität, an welcher er einen Master im Fach Internationale Beziehungen anschloss. Feller wurde für seine Arbeit mit zahlreichen Forschungsstipendien ausgezeichnet.
Joseph (Joschka) Fischer wurde am 12.04.1948 in Gerabronn geboren. Seit 1982 ist er Mitglied der Grünen, für die er 1983 erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt wurde. Von 1985–1987 hatte er das Amt des Ministers für Umwelt und Energie in Hessen inne. Gleichzeitig war er stellvertretendes Mitglied des Bundesrates. 1987 übernahm er den Fraktionsvorsitz der Grünen im Hessischen Landtag, den er bis 1991 ausübte.
In den Jahren 1991–1994 war Joschka Fischer Stellvertreter des Ministerpräsidenten des Landes Hessen und Hessischer Minister für Umwelt, Energie und Bundesangelegenheiten. Von 1994 bis 2006 war Joschka Fischer erneut Mitglied des Deutschen Bundestages.
Bis 1998 vertrat er die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen als deren Sprecher. Von 1998 bis 2005 war Joschka Fischer Bundesminister des Auswärtigen Amts und Vizekanzler in der rot-grünen Regierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Während des akademischen Jahres 2006/2007 war Joschka Fischer Gastprofessor an der Woodrow Wilson School der Princeton University (USA). Seit 2006 ist er Mitglied des Kuratoriums (Board) der International Crisis Group. Seit 2007 ist er Mitglied des Führungsgremiums des European Council on Foreign Relations. Heute ist Joschka Fischer als Buchautor, Publizist und international als Berater tätig.
Peter Gruss wurde am 28. Juni 1949 in Alsfeld, Hessen, geboren. Nach dem Studium der Biologie an der Technischen Universität Darmstadt arbeitete er als Assistent am Institut für Virusforschung, Heidelberg und promovierte 1977 an der Universität Heidelberg. Von 1978–1982 war er als Postdoktorand/Expert Consultant am National Institute of Health in Bethesda, Maryland (USA) tätig. 1982 wurde er als Professor an das Institut für Mikrobiologie der Universität Heidelberg berufen. Seit 1986 ist er Wissenschaftliches Mitglied und Direktor der Abteilung Molekulare Zellbiologie am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. 1990 erhielt Peter Gruss den Status des Honorarprofessors der Universität Göttingen. Seit Mitte 2002 ist Peter Gruss Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.
Lars G. Josefsson ist seit August 2000 Präsident und CEO der Vattenfall AB. Insbesondere ihm ist es zu verdanken, dass das schwedische Energieunternehmen eine wichtige Rolle in der Klimadebatte spielt.
1973 schloss Josefsson sein Studium der technischen Physik am Chalmers Institute ab. 1974 begann er seine berufliche Laufbahn bei Ericsson und übernahm im Unternehmen verschiedene Leitungsfunktionen. 1993 wurde Josefsson zum Präsidenten der Schrack Telecom AG in Wien und 1997 zum Präsidenten der Celsius AB ernannt.
Lars G. Josefsson ist Mitglied im Beratungsteam Energie und Klimawandel des UN-Generalsekretärs. Darüber hinaus ist er Präsident der Union of the Electricity Industry (Eurelectric), Aufsichtsratmitglied des südafrikanischen Energieunternehmens Eskom Holdings Ltd., Partner der Robert Bosch Industrietreuhand KG, Aufsichtsratmitglied der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender der Deutsch-Schwedischen Handelskammer.
Josefsson ist Inhaber mehrerer Patente im Bereich Radartechnologie.
Stefan Kaufmann ist Gründungsdirektor und Direktor des Max Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin. Hier leitet er die Abteilung Immunologie. Er ist einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet von Impfstoffen und Tuberkulose und koordiniert zahlreiche internationale und interdisziplinäre Forschungsprojekte, darunter die Grand Challenge der Gates Stiftung zur Identifizierung von Tuberkulose-Biomarkern.
Kaufmann ist auch Professor für Mikrobiologie und Immunologie an der Charité, Humboldt-Universität, Berlin. Er ist ehemaliger Präsident und Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Alterspräsident der Europäischen Föderation Immunologischer Gesellschaften (EFIS) und Vizepräsident der Internationalen Union Immunologischer Gesellschaften (IUIS).
Kaufmann hat zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen erhalten. Er ist Doktor Honoris Causa an der Université de la Méditerranée, Aix-Marseille II. Er hat über 600 Publikationen verfasst, ist Mitglied der Redaktionsleitung von über 20 wissenschaftlichen Zeitschriften und gehört zu den meistzitierten Immunologen weltweit.
Gary Lawrence ist als Leiter Urbaner Strategien bei Arup für nachhaltige Stadtentwicklung verantwortlich. Arup ist ein international führendes Ingenieurbüro mit rund 10.000 Mitarbeitern in 35 Ländern, die auf die Bereiche Design, Engineering, Planung und Beratung spezialisiert sind. Lawrence beschäftigt sich insbesondere mit dem Management von Städten.
In seiner Rolle als Leiter des Stadtplanungsbüros von Seattle begründete er in den 90er Jahren die Initiative Towards a Sustainable Seattle – die erste umfassende Stadtplanung weltweit, die auf Nachhaltigkeit ausgelegt war. In den Folgejahren war er als Berater für zahlreiche Organisationen tätig, u.a. für den Clinton Administration’s Council on Sustainable Development, UN Habitat II, für die US Agency for International Development und für die Organisation for Economic Co-operation and Development. Er war darüber hinaus stellvertretender Vorsitzender der Privatinitiative World Urban Forum.
Derzeit ist Lawrence in Umweltprojekten wie Futurama 2050, Resilient Coasts und The Delta Project aktiv. Lawrence ist als außerordentlicher Professor am Huxley College of Environmental Studies, Western Washington University tätig.
Daniel Libeskind ist ein international renommierter Architekt und Stadtplaner. Unter seiner Leitung entstanden bedeutende kulturelle und kommerzielle Einrichtungen – darunter Museen und Konzerthäuser, Universitäten, Wohnhäuser, Hotels sowie Einkaufszentren.
Libeskind gewann 2003 die Ausschreibung zur Gestaltung des neuen World Trade Centers in Manhattan und wurde mit der Entwicklung des Masterplans beauftragt. Der Wiederaufbau hat bereits begonnen. Auch das Jüdische Museum in Berlin wurde von Libeskind entworfen und 2001 eröffnet.
Weitere bedeutende Gebäude bzw. Einrichtungen des Architekten sind das Frederic C. Hamilton Building – eine Erweiterung des Denver Art Museum in Colorado, die Erweiterung des Royal Ontario Museum in Canada, das Contemporary Jewish Museum in San Francisco, das Imperial War Museum North in Manchester, das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück sowie das Westside Shoppingcenter in Bern. Weitere Projekte von Libeskind befinden sich derzeit noch im Bau (u.a. das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden oder das Grand Canal Performing Arts Centre in Dublin) bzw. in der Planungsphase.
Seine Arbeiten wurden weithin ausgestellt und schafften es auf die Titelseiten renommierter Zeitungen und Zeitschriften, wie der Time, Newsweek oder des Wall Street Journal.
Libeskind hat an verschiedenen Universitäten gelehrt und Vorträge gehalten. Für seine Arbeiten wurde er vielfach ausgezeichnet. Seine Autobiographie Entwürfe meines Lebens wurde 2004 veröffentlicht. Im November 2008 gab Monacelli Press (Random House, INC) mit Counterpoint: Daniel Libeskind in Conversation with Paul Goldberger eine umfassende Monographie seiner Arbeiten heraus.
Peter Löscher ist seit dem 1. Juli 2007 Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG. Er ist der zwölfte Vorstandsvorsitzende in der 160-jährigen Geschichte des Unternehmens und der erste Vorstandsvorsitzende, der von außerhalb des Konzerns dazu ernannt wurde. Peter Löscher hat langjährige Erfahrung in verschiedenen Unternehmen der Pharma- und Medizinbranche im In- und Ausland gesammelt. Seine international geprägte Managementtätigkeit begann 1988 bei der Hoechst Gruppe. Im Verlauf seiner elfjährigen Zugehörigkeit durchlief er dort Leitungsfunktionen in Spanien, den Vereinigten Staaten, in Großbritannien und in Japan. Später wechselte er zu General Electric Healthcare und General Electric Healthcare Bio-Sciences. Vor seiner Berufung zu Siemens war Peter Löscher als President Global Human Health bei Merck & Co., Inc. in den USA tätig.
Peter Löscher studierte Wirtschaftswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und an der Chinese University of Hong Kong. Den Master of Business Administration (MBA) absolvierte er an der Wirtschaftsuniversität Wien. An der Harvard Business School in den USA durchlief er das Advanced Management Program (AMP). Er ist im österreichischen Villach geboren, verheiratet und hat drei Kinder.
Jochem Marotzke ist einer der führenden deutschen Forscher auf dem Gebiet des Klimawandels und befasst sich vor allem mit den Auswirkungen der Meeresströmungen auf die Erderwärmung. Seit 2003 ist er Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg. Von 2006 bis Anfang 2009 war er Leiter der International Max Planck Research School on Earth System Modelling sowie aktiver wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Klimarechenzentrums (DKRZ) in Hamburg. Von 1999 bis 2003 wirkte er als Professor für physikalische Ozeanographie am Southampton Oceanography Centre in Großbritannien. Von 1990 bis 1999 arbeitete er in den USA am Massachusetts Institute of Technology (MIT), zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter (post-doctoral associate, 1990-92), später als Assistenzprofessor (1992-97) und außerordentlicher Professor (1997-99) für physikalische Ozeanographie. Seit 2006 ist er Honorarprofessor der Universität Hamburg; von 2003 bis 2006 war er Honorar-Gastprofessor des Southampton Oceanography Centre.
Professor Marotzke erhielt für sein wissenschaftliches Werk zahlreiche Auszeichnungen, u.a. die Fridtjof-Nansen-Medaille 2009 der Europäischen Geowissenschaftlichen Union. 2007 wurde er in die Deutsche Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) gewählt. Nach Abschluss seines Physikstudiums an der Universität Kiel (Deutschland) promovierte er dort in physikalischer Ozeanographie.
Dennis Meadows ist Mitautor des wegweisenden Buches Die Grenzen des Wachstums, veröffentlicht im Jahr 1972. Er begründete die Diskussion über das Verhältnis zwischen Wirtschaftswachstum und globalen Ressourcen lange bevor der Begriff Nachhaltigkeit in den deutschen Wortschatz Einzug hielt. 2004 publizierte er eine Neuauflage des Klassikers. In diesem behauptet Meadows, dass wir bereits die Grenzen der Nachhaltigkeit überschritten hätten und wir unseren Ressourcenverbrauch maßgeblich reduzieren müssten.
Der führende Systemanalytiker und Umweltexperte Dennis Meadows ist heute Präsident des Laboratory for Interactive Learning. In dieser Rolle entwickelt er Management-Trainingssimulationen, die als Trainingsprogramme von vielen Organisationen, darunter die Weltbank oder die Weltgesundheitsorganisation (WHO), eingesetzt werden.
Meadows lehrte als Professor für Wirtschafts-, Ingenieur- und Sozialwissenschaften an drei US-Universitäten: am Massachusetts Institute of Technology (MIT), am Dartmouth College und an der University of New Hampshire. Er war Vorstandsmitglied verschiedener führender Unternehmen in Europa und den USA und arbeitete zudem als Berater für Regierungen und Organisationen. Meadows ist Autor bzw. Mitautor von zehn Büchern, die in 30 Sprachen übersetzt wurden. Für seine Arbeit hat der Systemanalytiker zahlreiche Auszeichnungen erhalten. 2009 wurde ihm der angesehene Japan Preis für seine Beiträge zur Wissenschaft und zum Weltfrieden verliehen. Meadows studierte Chemie am Carleton College in Minnesota und erlangte seine Doktorwürde im Bereich Management am MIT.
Paul Pelosi wurde 2003 durch den Bürgermeister zum Vorsitzenden der Umweltkommission von San Francisco benannt. Unter Pelosis Führung hat die Stadt erfolgreich Energieeffizienz- und Recyclingprogramme eingeführt und damit die CO2-Emissionen um 6% im Vergleich zu 1990 reduziert.
Pelosi sammelte zuvor mehr als 15 Jahre lang Erfahrung als Berater und unterstützte Start-Ups und Fortune 500-Unternehmen in Fragen der Finanzierung, Infrastruktur, Nachhaltigkeit und der öffentlichen Politik. Er ist einer der Gründer von Cisco Connected Urban Development, einem weltweiten Netzwerk aus Städten, in dem u.a. San Francisco, Birmingham, Amsterdam, Hamburg, Lissabon, Madrid und Seoul vertreten sind. Die Städte wollen gemeinsam demonstrieren, wie Netzwerkverbindungen die CO2-Emissionen von Städten reduzieren können.
Derzeit berät Pelosi Unternehmen wie AirPatrol Corporation oder das NASA Ames Research Center zu Infrastrukturprojekten, die die Nachhaltigkeit und Sicherheit verbessern sollen. Vor seiner Tätigkeit als unabhängiger Berater arbeitete Pelosi im Bereich Unternehmensfinanzierung, institutionelle Verkäufe und Hypotheken. Er studierte an der Georgetown University in Washington DC und machte hier seinen Bachelor-Abschluss im Fach Geschichte und einen JD/MBA mit Fokus auf International Business. Seit 1996 ist Pelosi Mitglied der Rechtsanwaltskammer Kaliforniens.
Setty Pendakur, Experte für Urbanisierungsthemen insbesondere in Entwicklungsländern, ist als emeritierter Professor für Urban and Regional Planning an der Universität von British Columbia in Kanada tätig. Er ist außerdem Präsident der Pacific Policy and Planning Associates, die sich auf nationale Politikberatung zu Strategie und Planung, zur Zukunft von Städten, Infrastrukturen und Umwelt spezialisiert haben. Derzeit beschäftigt er sich insbesondere mit Themen der Urbanisierung und der Entwicklung von Städten, mit Verkehrs- und Umweltfragen sowie mit der wirtschaftlichen, umweltgerechten und nachhaltigen Entwicklung von Städten.
Als Honorarprofessor lehrt Pendakur an der China National Academy of Sciences (Graduate Schools of Management and Engineering). Zudem hatte er Gastprofessuren an Universitäten in Kanada, China, Frankreich, Indien, Italien, Japan, den Philippinen, Singapur, Thailand, Großbritannien und den USA inne. Pendakur arbeitete als Berater unter anderem für das United Nations Development Programme (UNDP), für den International Monetary Fund (IMF), für die Europäische Union und die Weltbank. Er verfügt über umfangreiches Wissen zu Entwicklungsländern und hat viele Länder in Asien, Afrika und Europa beraten.
Zuvor war Professor Pendakur stellvertretender Bürgermeister von Vancouver (Kanada) und Aufsichtsratsmitglied zahlreicher öffentlicher Organisationen und Stiftungen. Derzeit ist er Direktor des Instituts für Transportation and Development Policy und der Indo-Canadian Foundation.
Hermann Requardt wurde am 11. Februar 1955 in Engern/Grafschaft Schaumburg geboren. Sein Physikstudium sowie die sich anschließende Promotion absolvierte er an der Technischen Hochschule Darmstadt und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Seiner zweijährigen Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Flugmedizin des DLR (Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V.) folgte 1984 der Einstieg bei der Siemens AG. Nach verschiedenen Stationen im Unternehmensbereich Medizintechnik wurde er im Januar 2001 Mitglied des Bereichsvorstands Medical Solutions. Seit Oktober 2006 ist Hermann Requardt Mitglied des Vorstands der Siemens AG und Leiter der Zentralabteilung Corporate Technology. Im Dezember 2008 wurde er zusätzlich zum Chief Executive Officer des Sektors Healthcare ernannt.
Die Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt verlieh Hermann Requardt im Juni 2006 die Honorarprofessur in Physik.
Marcus du Sautoy ist Inhaber des Charles Simonyi-Lehrstuhls für The public understanding of science an der Oxford University. Darüber hinaus ist er Professor an der Fakultät für Mathematik und Mitglied des New College.
Du Sautoy hat zahlreiche Aufsätze und Bücher zum Thema Mathematik publiziert, darunter den Bestseller Die Musik der Primzahlen, welcher in insgesamt zehn Sprachen übersetzt wurde. Sein aktuellstes Buch, veröffentlicht in 2008, trägt den Titel Die Mondscheinsucher – Mathematiker entschlüsseln das Geheimnis der Symmetrie. Du Sautoy schreibt Artikel für führende britische Zeitungen über Populärwissenschaft und Mathematik und tritt regelmäßig im BBC-Radio und im BBC-Fernsehen auf. Er schrieb und moderierte bereits mehrere Radioserien und die Fernsehshow Mind Games für BBC 4. Im Jahr 2008 stellte er den BBC-Vierteiler The Story of Maths vor. Du Sautoy hielt Vorträge über Mathematik vor unterschiedlichsten Zuhörergruppen – vor Theaterdirektoren, Bänkern, Diplomaten und Gefängnisinsassen. Er gewann den Berwick Prize, der zweimal jährlich für die beste Forschung eines Jung-Mathematikers unter 40 Jahren vergeben wird. An der École Normale Supérieure in Paris, am Max-Planck-Institut in Bonn, an der Hebrew University in Jerusalem und an der Australian National University in Canberra hatte du Sautoy Gastprofessuren inne.
Du Sautoy machte seinen Abschluss in Mathematik am Wadham College in Oxford.
Hans Joachim Schellnhuber ist einer der renommiertesten Wissenschaftler auf dem im Wesentlichen von ihm selbst ausgestalteten Gebiet der Klimafolgenforschung. Seine Beiträge zu den Themen Erdsystemanalyse, Klimafolgenforschung sowie nachhaltige Entwicklung fi nden jährlich national und international höchste Anerkennung.
Seit der Gründung des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) im Jahr 1992 ist er dessen Direktor. Er ist Vorsitzender des deutschen Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen und wurde von der deutschen Bundesregierung zum wissenschaftlichen Chefberater in Fragen des Klimawandels und der internationalen Klimapolitik während der G8- und EU-Ratspräsidentschaften Deutschlands im Jahr 2007 ernannt. Als Mitglied der High Level Expert Group berät er außerdem den Präsidenten der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso, zu den Themen Energie und Klimawandel. Seit 1993 lehrt er Theoretische Physik an der Universität Potsdam. Von 2001 bis 2005 war er zusätzlich Forschungsdirektor des Tyndall Centre for Climate Change Research und Professor an der Environmental Sciences School der University of East Anglia in Norwich (Großbritannien). Hans Joachim Schellnhuber ist Mitglied des Redaktionsrats mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften. Er ist gewähltes Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft, der Deutschen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina), der US National Academy of Sciences, der Leibniz-Sozietät, der Geological Society of London und der International Research Society Sigma Xi. Schellnhuber ist Botschafter für das International Geosphere-Biosphere Program (IGBP) und langjähriges Mitglied des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC). Er ist (Mit-)Verfasser von über 200 Artikeln und etwa 40 Büchern über theoretische Physik, Umweltanalyse und Nachhaltigkeitswissenschaft. Im Jahr 2004 wurde ihm durch Königin Elizabeth II. der Titel Commander of the Most Excellent Order of the British Empire (CBE) verliehen. Im Jahr 2007 erhielt er den Deutschen Umweltpreis für seine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Klimafolgenforschung und dessen Weitergabe an Politiker und die Öffentlichkeit.
Nicholas Stern, 2007 zum Lord Stern of Brentford geadelt, ist einer der zentralen Meinungsführer zum Thema Klimawandel. Mit der Veröffentlichung des Stern-Report zur Ökonomie des Klimawandels im Jahr 2006 erzeugte er weltweit politisches Interesse für das Thema. Erst kürzlich wurde er mit dem Blue Planet Prize 2009 für seine Verdienste im Bereich Wissenschaft und Umwelt ausgezeichnet.
Stern ist seit August 2008 Vorsitzender des Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment an der London School of Economics and Political Science (LSE). Seit 2007 ist er hier als IG Patel Professor für Wirtschaft und Politik tätig und Leiter des India Observatory.
Als Sonderberater berät Stern den Vorstandsvorsitzenden der HSBC in Fragen der Wirtschaftsentwicklung und des Klimawandels. Von 2003 bis 2007 war er Leiter des Government Economic Service und verantwortete sowohl den 2005 veröffentlichten Report der Afrika-Kommission als auch den Stern-Report. In beiden Fällen berichtete Stern direkt an den britischen Schatzkanzler Gordon Brown und an den Premierminister Tony Blair. Zuvor war Stern Chefökonom und Senior Vice President der Weltbank für Entwicklungsökonomie und von 1994 bis 1999 Chefökonom und Sonderberater des Präsidenten der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Bis 1994 machte Stern insbesondere im akademischen Bereich Karriere, u.a. an der LSE, wo er den Sir John Hicks-Lehrstuhl für Wirtschaft innehatte. Er lehrte und forschte an Universitäten in den USA, in Frankreich, Indien und China und veröffentlichte 15 Bücher und mehr als 100 Artikel zu den Themen Wirtschaft, Klimawandel und Entwicklung. Sein aktuelles Buch trägt den Titel A Blueprint for a Safer Planet.
1993 wurde Stern zum Fellow der British Academy ernannt und 2004 für seine Verdienste im Bereich Ökonomie zum Ritter geschlagen. Stern erwarb an der University of Cambridge einen Bachelor in Mathematik und promovierte an der University of Oxford in Wirtschaft.
Vijay Vaitheeswaran ist preisgekrönter Korrespondent des Economist. Derzeit arbeitet er an Themen wie Innovation, Gesundheit und Biotechnologie. Von 1998 bis 2006 war er verantwortlich für die Bereiche Energie und Umwelt mit all ihren politischen, wirtschaftlichen sowie technologischen Aspekten.
Vaitheeswaran berät das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos und die Clinton Global Initiative zu sauberen Energiequellen und Innovationen. Weiterhin ist Vaitheeswaran lebenslanges Mitglied des Rats für auswärtige Beziehungen in den USA. Er unterrichtet an der NYU Stern Business School und hielt bereits Vorträge in Yale, Oxford, Stanford und an anderen führenden Universitäten. Seine Kolumnen wurden unter anderem im National Public Radio (NPR), im Wall Street Journal und in der New York Times veröffentlicht. Vaitheeswaran hielt Eröffnungsreden bei verschiedensten Veranstaltungen – von der US National Governors’ Association über die TED-Konferenz (Technology – Entertainment – Design) bis hin zu Google, WWF, Aspen Institute oder BP.
Sein neuestes Buch ZOOM: The Global Race to Fuel the Car of the Future (Mitautor ist Vaitheeswaran’s Kollege Iain Carson) wurde von der Financial Times als Buch des Jahres nominiert. Power to the People: How the Coming Energy Revolution Will Transform an Industry, Change our Lives, and Maybe Even Save the Planet ist ein weiteres Buch von Vaitheeswaran. Seine Aufsätze und Bücher wurden für zahlreiche internationale Preise nominiert bzw. ausgezeichnet – darunter der Britain‘s Business Journalist of the Year Award, der Business Book of the Year Award, gestiftet von der Financial Times und Goldman Sachs sowie ein Preis der IAEE.
Der Economist-Korrespondent absolvierte als Truman-Stipendiat des US-Kongresses ein Maschinenbaustudium am Institute of Technology der University of Massachusetts. Vaitheeswaran wurde im indischen Madras geboren und wuchs in Cheshire, Connecticut auf. Heute lebt er in New York.
James Watson arbeitet für die Economist Intelligence Unit an einer Reihe von Auftrags-Forschungsarbeiten, Studien und Berichten zu verschiedensten Wirtschafts- und Managementaspekten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Umwelt- und Corporate Social Responsibility-Themen. Unter anderem verfasste er den Bericht Countdown to Copenhagen zum Klimawandel und hat den Economist Sustainability Summit 2009 mit moderiert. Vor seiner Tätigkeit für die Economist Intelligence Unit hat Watson acht Jahre als Technologie-Journalist und Redakteur in Großbritannien, Singapur und Südafrika gearbeitet.