


Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise ist es verlockend, langfristige Herausforderungen zu verdrängen und sich ausschließlich den unmittelbar drängenden Problemen zu widmen. Doch die Auswirkungen globaler Veränderungen, wie
Klimawandel, demographischer Wandel und Verstädterung sind immer deutlicher zu spüren. Gleichzeitig wird offensichtlich, dass bislang hervorgebrachte Lösungen bei weitem nicht ausreichend sind.
Die wissenschaftliche Forschung hat seit jeher die Grenzen des Möglichen verschoben und immer neue Lösungsansätze hervorgebracht. Die Herausforderung besteht darin, erfolgversprechende Forschungsergebnisse in marktfähige Lösungen zu überführen, die vom Staat und der Gesellschaft mitgetragen werden. Auch wenn sich der Austausch zwischen Forschung, Unternehmen und Politik in den vergangenen zwei Jahrzehnten verbessert hat, sind die Schwierigkeiten noch immer beachtlich – und das in einer Zeit, in der die weltweite Notwendigkeit für mehr Kooperation weiter wächst.
Der Schutz des Klimas wird von vielen als die größte Herausforderung unserer Zeit angesehen. Auch wenn längst Maßnahmen auf globaler Ebene diskutiert werden, wächst die Sorge, dass wir den Klimawandel mit bestehenden Technologien allein nicht aufhalten können, sondern dass wir entweder unsere Lebensweise radikal verändern oder gänzlich neue Lösungen entwickeln müssen.
Teure neue Medikamente und hoch entwickelte Technologien haben die beiden größten Herausforderungen, vor denen das Gesundheitssystem steht, eher verschärft als gemildert: Eine erschwinglichere Gesundheitsversorgung für die immer älter werdende Bevölkerung in den reichen Ländern und eine besser zugängliche Versorgung für jene in den armen Ländern zu sichern. Doch neue Fortschritte in der biomedizinischen Forschung und in der Entwicklung medizinischer Technologien stellen viele Aspekte des Gesundheitssystems in Frage. Die Revolution in der Genomforschung könnte in Zukunft möglicherweise die ganze Gesundheitsindustrie dazu zwingen, sich auf eine Patienten-zentrierte personalisierte Medizin umzustellen, in deren Mittelpunkt Prävention und ganz gezielte Therapien stehen. Das würde die Möglichkeit eröffnen, über ganz neue Wege für eine weltweite Gesundheitsversorgung nachzudenken.
Unser Leben wird sich in Zukunft zunehmend in Städten abspielen. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute bereits in Städten. Bis 2030 soll der Anteil der Stadtbevölkerung sogar auf 60 Prozent ansteigen. Dieser unumkehrbare Prozess führt zu gewaltigen Herausforderungen, um die Lebensqualität zu sichern, die Umwelt zu schützen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Städte der Zukunft zu erhalten. Dies macht die Städte selbst zu Vorreitern bei der Lösung von Problemen. Viele kommunale Politiker in großen Städten sind führend in der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und innovativen Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Lösungen.